
Man möchte es kaum glauben, was man so während der letzten Tage zur SD-Abschaltung der ARD-Programme auf Astra 19,2 Grad Ost zu hören bekommt. Da ist zum Beispiel in deutschen Lokalblättern zu lesen, dass die ARD bei Millionen Deutschen den Stecker gezogen hätte.
Betroffen seien unter anderem öffentliche Einrichtungen mit Sat-TV-Verteilanlagen. Mitunter erwecken die Berichte den Eindruck, als habe die ARD gänzlich ohne Vorwarnung reagiert und einfach SD abgeschaltet. Womit die Programme über Nacht nicht mehr, zum Beispiel Patienten auf Reha, nicht mehr verfügbar waren.
Hier: News und Ratgeber zur SD-Abschaltung
Wurden Abschalthinweise in den Wind geschlagen?
Diese Frage muss man mit einem harten Ja beantworten. Denn dass es zur SD-Abschaltung am 7. Januar 2025 kommen werde, hat die ARD bereits Ende 2023 kommuniziert. Von einem Abschalten ohne Vorwarnung kann also nicht im geringsten die Rede sein. Zudem wurde bereits seit Monaten im EPG und anhand der auf „alt“ geänderten Stationsnamen darauf hingewiesen, dass diese SD-Signale demnächst abgeschaltet werden. Über ein Jahr Zeit haben, sich an die bevorstehenden Änderungen vorzubereiten, sollte eigentlich mehr als ausreichend sein. Selbst unter der Voraussetzung, dass man längere Zeit auf einen Handwerker warten muss.
Trifft die ARD eine Teilschuld?
Im Grunde nicht. Allerdings ist bei einigen ARD-Programmen schon zu bemängeln, dass die im Bild eingeblendeten Abschalthinweise – egal ob als Laufband oder Textkasten – bei einigen ARD-Kanälen, insbesondere beim Ersten, mehr als sehr spartanisch eingesetzt wurden. Hier wäre eine energischere Vorgehensweise wie beispielsweise beim ORF absolut wünschenswert gewesen. Idealerweise hätte man die Einblendungen so intensiv und auch so groß einsetzen sollen, dass sie die betroffenen Zuschauer so richtig nerven. Weil sie nur dann mitbekommen, dass rechtzeitig etwas zu tun wäre. Nur so wären auch die Verantwortlichen in diversen Hausverwaltungen wachgerüttelt worden. Etwa, weil sie sich vor Beschwerden der Bewohner nicht mehr retten gekonnt hätten. Klingt nach brutaler Vorgehensweise, jedoch die mit der ARD-Abschaltung gemachten Erfahrungen zeigen, dass sonst offensichtlich nichts getan wird.
Zumindest in diesem Punkt hat das ZDF die Chance, auf die bevorstehende SD-Abschaltung ihrer Programme entsprechend hinzuweisen.
Wie manche uns zugetragene Berichte zeigen, wurde durchaus auch übertrieben. Es ist in der Tat nicht so, dass die ARD Millionen Zuschauern den Stecker gezogen hat. Zuschauer, Netzbetreiber, Heime, Krankenhäuser etc. hatten 14 Jahre lang Zeit, auf HD zu wechseln. So lange gab es nämlich schon den SD-HD-Simulcast, bevor sich die ARD von SD verabschiedet hatte.
Zudem ist bekannt, dass zuletzt nur noch eine sehr geringe Zahl an Zuschauern ausschließlich SD auf Astra genutzt hat. Da ist es nur mehr als logisch, eine teure Übertragung, von der nur sehr wenige Personen profitieren, einzustellen.
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