Der britische Medienkonzern BSkyB hat einen Tag nach der regulatorischen Genehmigung für die Übernahme des TV-Veranstalters Living TV Group (LTG) die Einstellung von dessen Sendern Bravo und Channel One angekündigt.
Durch die Maßnahme verlieren fünfzig Mitarbeiter der ehemaligen Tochter des Erzrivalen Virgin Media ihren Job, berichtete der Branchendienst „C21“ am Mittwochabend. Das entspricht nahezu der Hälfte der derzeitigen Belegschaft von 108 Mitarbeitern, die am Nachmittag über die drastischen Einschnitte informiert wurde. Im Gegenzug will BSkyB allerdings die Investitionen in den Flaggschiffkanal Living um 25 Prozent erhöhen.
Ungeklärt ist dem Dienst zufolge der Verbleib von LTG-Geschäftsführer Johnny Webb, Fernsehdirektorin Claudia Rosencrantz und weiteren Führungskräften der Gruppe. Quotenstarke Shows von dem auf junge Männer ausgerichteten Bravo und dem Unterhaltungskanal Channel One (vormals Virgin1) sollen künftig auf Sky1 und Sky3 ausgestrahlt werden. Weitergeführt werden die Gameshow-Kanäle Challenge und Challenge Jackpot sowie der Lifestyle-Kanal Living mit seinem Ableger LivingIt.
Branchenbeobachter hatten bereits im Vorfeld der Transaktion davorgewarnt, dass BSkyB in erster Linie beabsichtigte, Konkurrenz für dieeigenen Digitalkanäle vom Markt zu nehmen. Vom Kernsender Living erhofftsich der Konzern hingegen die Erschließung der weiblichen Zielgruppe.Mit eigenen Anläufen, Frauen zwischen 14 und 49 anzusprechen, war dererfolgsverwöhnte Pay-TV-Konzern in der Vergangenheit kläglichgescheitert. Zuletzt waren am 20. August vier Kanäle derReal-Lives-Familie wegen Erfolglosigkeit vom Markt genommen worden.
BSkyB, das zum Medienimperium von Rupert Murdochs News Corp. gehört,hatte kolportierte 160 Millionen Pfund (191 Millionen Euro) für die Übernahme der Living TV Group gezahlt. Die Transaktion war am Dienstagabend vom britischen Office of Fair Trading durchgewunken worden.
[ar]
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