Radio Liechtenstein wird heute dicht gemacht!

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In wenigen Stunden Geschichte. Radio Liechtenstein wird am 3. April um 18.00 Uhr zu Grabe getragen

Eben hatten wir erst darüber berichtet, dass es um den öffentlich-rechtlichen Radiosender des kleinen Fürstentums Liechtenstein schlecht aussieht und dass dieser noch im ersten Halbjahr 2025 seine Pforten schließen muss. Wobei am Abend des 1. April noch nicht klar war, dass Radio Liechtenstein bereits am 3. April um 18.00 Uhr das letzte Stündlein geschlagen haben wird. Was nichts anderes heißt, als dass der Sender in wenigen Stunden Geschichte sein wird.

Ein unrühmliches Ende für einen beliebten Sender in der Region. Ein kleiner öffentlich-rechtlicher Sender, der es verstanden hatte, die Bevölkerung aus drei Ländern, nämlich Liechtenstein und die beiden Nachbarn Schweiz und Österreich, zu einen.

Das Ende von Radio Liechtenstein, über das wir kontinuierlich berichteten, ist auch deshalb so unrühmlich, weil der Sender ein Opfer billiger politischer Machtspielchen geworden ist, unter dessen Räder er gekommen war. Ein linker Trick, möchte man beinahe sagen, hat Radio Liechtenstein derart in Schieflage gebracht, dass es der Politik im Lande nicht mehr möglich war, den Sender doch noch irgendwie zu retten. Gefehlt hatte es nicht am guten Willen, sondern vor allem an der Zeit.

Radio Liechtenstein wurde ein Opfer der Politik im Lande

Was meldet Radio Liechtenstein selbst?

Auf der Homepage von Radio Liechtenstein ist wortwörtlich zu lesen: Unter der Überschrift: „Radio Liechtenstein stellt den Sendebetrieb definitiv ein“ ist in einem knappen Satz zu lesen: „Radio Liechtenstein stellt am Donnerstagabend, 3. April 2025, um 18 Uhr den Sendebetrieb endgültig ein. nach knapp 30 Jahren als Radiosender im Fürstentum verabschiedet sich die Stimme Liechtensteins aus dem Äther. Grundlage für diesen Schritt ist der Entscheid zur Privatisierung, der im vergangenen Jahr im Rahmen einer Volksabstimmung gefällt wurde. Die bestehende Struktur des Senders wird damit aufgelöst und der Auftrag als öffentlich-rechtliches Medium endet. Das Team von Radio Liechtenstein bedankt sich herzlich bei allen Hörerinnen und Hörern für das jahrzehntelange Vertrauen, die Treue und die vielen gemeinsamen Momente. Mit der Abschaltung endet ein bedeutendes Kapitel der Medienlandschaft Liechtensteins.“

Wer ist für das Senderende verantwortlich?

Für uns Außenstehende ist der Fall klar. Da wollte sich eine politische Partei, in dem Fall die liechtensteinische DpL, profilieren und hat dieKonsequenzen ihres Tuns zu wenig bedacht. Da mag es jetzt leicht sein, wenn jetzt gerade noch auf der Homepage von Radio Liechtenstein zu lesen ist: „DpL sieht sich nicht für Sendeschluss verantwortlich.“ Allerdings hat diese Partei, die den Stein ins Rollen gebracht hatte und sich jetzt ihre Hände in Unschuld wäscht, einer Fristverlängerung zur Rettung von Radio Liechtenstein nicht zugestimmt. Da gewinnt die Aussage, nicht verantwortlich zu sein, schon einen ziemlichen Kratzer.

DpL-Parteipräsident Thomas Rehak muss sich den Vorwurf gefallen lassen, für das Ende von Radio L verantwortlich zu zeichnen

Stellungnahme

Auf seiner Homepage berichtete Radio L am 2. April weiter: „Einen Tag vor dem Aus von Radio Liechtenstein nehmen DpL-Parteipräsident Thomas Rehak und Medienministerin Sabine Monauni zum bevorstehenden Sendeschluss Stellung. Beide bedauern, dass die Privatisierung nicht gelungen ist. Für Rehak ist klar: Die Verantwortung trägt die Regierung. Monauni argumentiert, dass die Konsequenzen der angenommenen Initiative schon lange bekannt gewesen seien.“ Kann sein, dass das eine subjektive Sichtweise der beteiligten Personen ist. Auch wenn diese die Schuld von sich weisen, dürfte klar sein, wem die Bevölkerung und die Fans von Radio Liechtenstein als verantwortlich für das Ende ihres Senders sehen werden. Die Regierung wird es nicht sein.

Noch einige Zahlen

Hinter Radio Liechtenstein standen 24 fest angestellte Personen und vier freie Mitarbeiter. Menschen, die mit Leidenschaft Radio gemacht und die Hörer objektiv und sachlich informiert und auch unterhalten haben. Sie sind vom Ende von Radio L ganz unmittelbar betroffen.

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