Der Kabelnetzbetreiber Unitymedia will seinen Kunden in Nordrhein-Westfalen und Hessen in Zukunft den Empfang hochauflösender Programmangebote offenbar auch mit eigenen Receivern ermöglichen.
Damit verabschiedet sich das Unternehmen überraschend von der Zwangskopplung an die Set-Top-Box HDC 601 DVR von Echostar, die bislang gegen eine Monatsmiete von 6 Euro für den Empfang von HD-Paketen zwingend vorgeschrieben wurde. Ein Mitarbeiter kündigte den Schritt auf dem Unitymedia-Account von Twitter an.
„Das Produkt wird im Dezember starten. Bitte haben Verständnis dafür, dass wir derzeit noch keine Angaben zu Konditionen machen werden“, hieß es in dem am Donnerstagmorgen verbreiteten Posting. Auf Anfrage von DIGITAL FERNSEHEN zeigte sich Unitymedia-Sprecher Johannes Fuxjäger wenig gesprächig: „“Wir prüfen derzeit mehrere technische Optionen für die Verbreitung von den bei Unitymedia eingespeisten HD-Sendern, können aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt – auch wegen der weiterhin laufenden Gespräche mit privaten Sendeunternehmen – noch keine konkreten Aussagen hierzu treffen“, hieß es lediglich.
Im inoffiziellen Unitymedia-Forum wird unterdessen spekuliert, dass sich lediglich Smartcards vom Typ UM02 für das neue Angebot nutzen lassen. Damit wäre in Verbindung mit einem Alphacrypt-Classic-CAM zumindest die Nutzung in beliebigen Receivern mit Common-Interface-Schnittstelle möglich. Der Kartentyp I02 funktioniert dagegen auch zusammen mit dem günstigeren Alphacrypt-Light.
In der Vergangenheit hatten sich Kunden weniger aufgrund der zusätzlichen Monatsmiete, sondern vor allem aufgrund technischer Schwächen des Samsung-Receivers über die Zwangskopplung an die Unitymedia-Einheitsbox beschwert. Die „Entkoppelung“ dürfte damit bei vielen Abonnenten, die so auch bestehende Festplatten-Receiver für den Empfang der HDTV-Angebote von Unitymedia nutzen können, für Zustimmung sorgen.
Unitymedia verbreitet seit Oktober insgesamt 14 HD-Sender. Abonnenten der digitalen Bouquets „Highlights“ und „Allstars“ zahlen für die zusätzlichen Programmangebote einen Aufpreis von 5 Euro monatlich (DIGITAL FERNSEHEN berichtete).
Update 16.06 Uhr: Offizielle Stellungnahme von Unitymedia im zweiten Absatz ergänzt
[ar]
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