Der Kabelnetzbetreiber UPC Cablecom hat die Vorwürfe von Teleclub zurückgewiesen, wonach er die Einspeisung der HD-Sender des Pay-TV-Anbieters blockieren würde. Die Vorwürfe seien lediglich ein Ablenkungsmanöver, während Teleclub seinerseits die Sublizenzierung von Sportrechten durch UPC Cablecom verhindern würde.
Der Schweizer Kabelnetzbetreiber UPC Cablecom hat die Vorwürfe des Pay-TV-Anbieters Teleclub zurückgewiesen, wonach die Einspeisung weiterer HD-Programme durch die Cablecom verhindert würde. Wie der Netzbetreiber am Montagnachmittag mitteilte, hätte man sich seit Sommer 2012 in Verhandlungen mit Teleclub bezüglich einer HD-Einspeisung befunden. „Mitten in diesem Prozess schreibt Teleclub in einer Mitteilung von heute, dass UPC Cablecom für die Verbreitung des Programmangebotes unangemessene und diskriminierende Konditionen erzwingen wolle“, so ein Statement von UPC Cablecom.
Der von Teleclub vorgebrachte Vorwurf sei falsch, da sich die Verhandlungen bisher auf technische Fragen konzentriert hätten. Kommerzielle Bedingungen seien dabei noch nicht zur Sprache gekommen. „Auch zur Kapazitätsnutzung des Netzes von UPC Cablecom durch Teleclub haben beide Parteien vereinbart, dies im Rahmen der HD-Verhandlungen zu regeln. UPC Cablecom hat hierzu bereits mehrfach Bereitschaft signalisiert“, so der Netzbetreiber weiter. Man hoffe, dass Teleclub diese Gespräche jetzt nicht abbrechen wird.
Der Kabelnetzbetreiber interpretiert die jüngsten Vorwürfe des Pay-TV-Anbieters als Ablenkungsmanöver von den derzeitigen Untersuchungen der Wettbewerbskommission (Weko) gegen Teleclub und den Mutterkonzern Swisscom. Darin überprüft Weko, ob der Pay-TV-Anbieter seine Exklusivrechte für verschiedene Sportevents missbraucht, um anderen Anbietern wie UPC Cablecom den Zugang dazu zu verweigern. Der Kabelanbieter hatte in diesem Falle im April seinerseits Anzeige bei der Weko gegen die Teleclub-Mutter Swisscom erstattet.
Teleclub wirft hingegen UPC Cablecom vor, mit den Forderungen nach einer Übertragung der Live-Sport-Events in den eigenen Netzen nur davon ablenken zu wollen, dass mit überhöhten Forderungen nach Einspeiseentgelten, die Einspeisung von HD-Sendern des Pay-TV-Anbieters verhindert werde. Letztlich, so scheint es, haben beide Seiten etwas, das die Gegenseite verlangt. UPC Cablecom fordert die Sublizenzierung wichtiger, von Teleclub gehaltener Sportrechte für seine Kunden, während der Pay-TV-Anbieter mehr HD-Sender zu fairen Bedingungen in die Netze von UPC Cablecom bringen will. Eine schnelle Einigung erscheint derzeit dennoch unwahrscheinlich, denn Teleclub ist bekanntermaßen ein Tochterunternehmen des größten Cablecom-Konkurrenten Swisscom.
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