
Brüssel – Der Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) lässt nicht locker und fordert auch weiterhin eine bevorzugte Vergabe der UHF-Bandbreiten für den Rundfunk. Auf diese Frequenzen haben es die Mobilfunkbetreiber verstärkt abgesehen.
Um die Frequenzen für das digitale Antennenfernsehen (DVB-T) zu sichern, führt der VPRT eine aktuelle Studie von Oliver and Ohlbaum Associates und Dot Econ ins Gefecht, die davor warnt, die Frequenzen den Mobilfunkbetreibern für mobile Internetdienste zu überlassen.
So kommt die Studie zu dem Schluss, dass der gesellschaftliche Mehrwert (Public Value) des terrestrischen Rundfunks vernachlässigt wird, wenn der Zugang zu Rundfunkfrequenzen dem freien Wettbewerb überlassen bleibt. DVB-T sei der wachstumsstärkste Übertragungsweg für Fernsehen in Europa, so dass diese Übertragung nicht durch andere Übertragungswege ersetzt werden könne.
Deswegen fordern die im VPRT organisierten deutschen Privatsender gemeinsam mit der ARD, der AER, Canal+, EBU, Five, France Télévisions, Lagardère Active von der Politik, bei der Entscheidung über die künftige Nutzung des UHF-Bandes besondere Vorsicht walten zu lassen. Der VPRT argumentiert weiter auf Basis der Studie, dass das Gleichgewicht und die Stärke der europäischen Rundfunklandschaft sowie der europäischen Film- und Fernsehindustrie nachhaltig geschädigt werden würde, und dass „zum Nachteil der Verbraucher“.
Im Vergleich dazu sei der Nutzen für die Mobilfunkbetreiber aus den UHF-Frequenzen relativ gering. Der VPRT bezweifelt gar die Wirtschaftlichkeit des Ausbaus mobiler Dienste im UHF-Band. „Mobilfunkunternehmen stehen bereits jetzt große und ausreichende Frequenzbereiche außerhalb des UHF-Bandes zur Verfügung“, so der Branchenverband des deutschen Privatrundfunks weiter.
Sogar technische Schwächen will die Studie enttarnt haben: Vor allem in ländlichen Gegenden seien bereits für Mobilfunk genutzte Frequenzbänder besser geeignet, um Breitbanddienste in ländlichen Regionen anzubieten.
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