DVB-T-Start im Ballungsraum Hamburg-Lübeck

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Bild: © JuergenL - Fotolia.com
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Am 8. November startet im Ballungsraum Hamburg-Lübeck, in Kiel und in weiteren deutschen Regionen DVB-T, das digitale Antennenfernsehen.

Dies ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg, die medialen Infrastrukturen in Deutschland insgesamt zukunftsfähig zu machen. Ohne Digitalisierung hätte der TV-Empfang über Antenne weiter an Bedeutung verloren und wäre den wachsenden Ansprüchen an Programmvielfalt und Bildqualität nicht mehr gerecht geworden. So aber können die Zuschauer je nach persönlichen Vorlieben zwischen drei Übertragungswegen wählen, nämlich Antenne, Kabel oder Satellit.
 
 
Für die erfolgreiche Einführung von DVB-T war viel Vorarbeit erforderlich, insbesondere im Bereich der Frequenzplanung. Außerdem ist wegen der begrenzten Frequenzkapazitäten keine lange Simulcastphase mit analogem und digitalem Parallelbetrieb möglich, sondern ein so genannter harter Umstieg nötig. Das setzt eine genaue Planung und eine umfassende Information der Fernsehzuschauer voraus. „Die DVB-T-Einführung in Norddeutschland ist ein Gemeinschaftsprodukt. Programmanbieter – öffentlich-rechtliche wie private -, Sendernetzbetreiber und Landesmedienanstalten haben in vorbildlicher Weise an einem Strang gezogen“, bilanziert Dr. Lothar Jene, Vorsitzender der Lenkungsgruppe DVB-T Norddeutschland.
 
Am 20. Oktober 2003 hatten die Landesmedienanstalten der fünf norddeutschen Bundesländer, die ARD, der NDR, Radio Bremen, das ZDF, die RTL- und die ProSiebenSat1-Gruppe, Vox, MTV, Hamburg 1 und Neun Live gemeinsam eine Umstiegsvereinbarung unterschrieben. Unterschiedlichste Partner, zum Teil direkte Konkurrenten, fanden sich mit dem Ziel zusammen, im Jahr 2004 in Norddeutschland den DVB-T-Umstieg zu schaffen. Eine Lenkungsgruppe wurde als eine Art Projekt-Aufsichtsrat geschaffen, ein Projektbüro koordiniert seither einzelne Maßnahmen und insbesondere die laufende Informationsarbeit für die Bürger. „Alle Partner haben sich aus der Überzeugung heraus, dass DVB-T nötig und sinnvoll ist, für den Umstieg engagiert. Es wurden keine öffentlichen Fördermittel für Sender oder Netzbetreiber eingesetzt“, betont Dr. Lothar Jene.
 
Für Hamburg bedeutet DVB-T, dass man statt der bislang höchstens 8 – 10, je nach Lage manchmal nur verrauscht empfangbaren Antennenprogramme dann überall in der Hansestadt und im Umland in digitaler Bild- und Tonqualität etwa das dreifache Programmvolumen empfangen kann. Die dafür notwendigen Set-Top-Boxen sind ab etwa 100 Euro erhältlich.
 
Im Auto ist mobiler, zu Hause oder im Freien portabler Empfang über tragbare Bildschirme vom aktuellen Flachdisplay bis zum Laptop möglich. Planer sagen voraus, dass es im Großraum Hamburg von der Unterelbe bis zur Ostsee kaum Einschränkungen geben wird. [lf]

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  • Empfang_DVB-T_Artikelbild: © JuergenL - Fotolia.com
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