
Nachdem RTL seinen Ausstieg aus DVB-T für 2015 angekündigt hat, stärkt die ARD dem terrestrischen Verbreitungsweg den Rücken. Was einen möglichen Umstieg auf DVB-T2 in Zukunft angeht, gibt man sich beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk jedoch zurückhaltender als zuvor.
Nach dem angekündigten Ausstieg der Mediengruppe RTL aus der digitalen terrestrischen TV-Ausstrahlung in Deutschland ab 2015, wird wieder heftig über die Zukunft des Antennenfernsehens diskutiert. Verbraucherschützer und Politik fürchten jetzt einen Dominoeffekt, wonach der Ausstieg von RTL auch andere Programmanbieter dazu bewegen könnte, aus der DVB-T-Übertragung auszusteigen.
Während auch ProSiebenSat.1 die Weiterführung seines terrestrischen TV-Angebotes bis Ende März 2013 intern überprüfen will, spricht sich aber zumindest die ARD klar für eine Weiterführung des Übertragungsweges aus. Gegenüber DIGITALFERNSEHEN.de teilte NDR-Pressesprecherin Anna Engelke mit, dass DVB-T nach Ansicht der ARD für die universelle Verfügbarkeit und freie Empfangbarkeit der öffentlich-rechtlichen Rundfunkinhalte weiterhin unerlässlich ist. Dennoch sei für den Markterfolg der terrestrischen Übertragung auch die Verfügbarkeit privater Programme von Bedeutung. Aus Sicht der Zuschauer sei die Entscheidung von RTL daher zu bedauern.
Bezüglich der weiteren Empfangbarkeit der ARD-Programme über DVB-T verwies die Sprecherin auf die langjährigen Verträge, welche die Übertragung auf Jahre hinaus absichern würden. Keine Auskunft konnte sie jedoch zu den Plänen der ARD für den Umstieg auf DVB-T2 geben. Im September 2012 hatte sich die Rundfunkanstalt für einen Umstieg auf den neuen Übertragungsstandard zwischen 2016 und 2018 ausgesprochen, für den Markterfolg jedoch auch betont, dass ein Engagement der Privatsender nötig sei, um diesen zu garantieren. Mit dem angekündigten Rückzug von RTL scheint dieser nun zumindest fraglich. Zu den weiteren Plänen mit DVB-T2 gäbe es daher noch keine Entscheidung von Seiten der ARD. [ps]
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