
Media Broadcast hat zwar den Zuschlag zum Aufbau einer bundesweiten DVB-T2-Plattform erhalten, wird über diese aber nur die Privatsender verbreiten. Die Programme der ARD werden dagegen weiter von den Rundfunkanstalten selbst aufbereitet, wie der BR gegenüber DIGITAL FERNSEHEN erklärte.
Der Sendernetzbetreiber Media Broadcast hat zwar von den Medienanstalten den Zuschlag erhalten, eine bundesweite Übertragungs-Plattform für den neuen DVB-T2-Standard zu errichten, das Unternehmen wird aber nicht der alleinige Betreiber von DVB-T2-Multiplexsignalen sein. Denn wie die technische Direktion des Bayerischen Rundfunks auf Anfrage von DIGITAL FERNSEHEN erklärte, wird Media Broadcast die geplante Plattform nur für die Privatsender betreiben und dort deren Programme anbieten.
„Unsere ARD-Programme werden auch in DVB-T2 wie bisher unverschlüsselt sein und von den ARD-Rundfunkanstalten selbst aufbereitet“, teilte der BR dazu mit. Das heißt, dass Schritte wie die Encodierung oder Multiplexbildung weiterhin bei den öffentlich-rechtlichen Anbietern liegen werden. Zudem wolle man auch wie bisher bei DVB-T die eigenen Senderstandorte weiter nutzen und diese selbst betreiben. Dadurch werden die Sender von ARD und ZDF nicht Bestandteil der neuen Plattform sein.
Mit Media Broadcast werde man aber trotzdem eng zusammenarbeiten, „da wir ja beide leider mit einem sehr verknappten Frequenzbereich auskommen müssen“, wie es weiter hieß. Es könne daher auch an der ein oder anderen Stelle zu Änderungen und Anpassungen im Sendernetz kommen. Nähere Angaben dazu, wie diese aussehen könnten, machte die Rundfunkanstalt aber noch nicht. Vordringliches Ziel sei es nun vor allem, gemeinsam ein möglichst attraktives Gesamtangebot zu entwickeln.
Media Broadcast hatte am Mittwoch wenig überraschend von den Medienanstalten den Zuschlag erhalten. Der Sendernetzbetreiber galt bereits im Vorfeld als Favorit und war letztlich auch der einzige Bewerber, der sich auf die Ausschreibung gemeldet hat. 2016 will das Unternehmen nun beginnen, seine Plattform aufzubauen. Bis Mitte 2019 soll der Umstieg von DVB-T auf den neuen Standard DVB-T2 nach Plan dann abgeschlossen werden. [fm]
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